Geschichte - Mittelalter
Als der Dichter Petrarca im Jahre 1337 vom Kapitol aus Rom überblickte, schien er von dessen Größe überrascht,
doch musste er feststellen, dass seine Trümmer größer waren. Das „Forum Romanum“ diente als Viehweide und an den
Triumphbögen stieß man sich den Kopf, so hoch lag der Schutt. Das Mittelalter war über die „Ewige Stadt“ gekommen
und wer heute dort danach sucht, findet vor allem die Spuren des Zahns dieser Zeit: seine Ruinen. Doch von Rom führen
viele Straßen, die demjenigen, der ihnen folgt, auch das schöpferische Mittelalter Italiens erschließen. Im Süden, in der
Region Kampanien, liegen malerische Bergdörfer wie Camerota oder Pisciotta, wo in schmalen Stufengassen jene Zeit
lebendig wieder wird.
Im toskanischen San Gimignano künden die Geschlechtertürme noch immer von vergangener Macht. Man kann in der
Region Piemont im literarischen Mittelalter wandeln: über dem Susatal thront das Kloster „Sacra di San Michele“, das
Vorbild für Umberto Ecos Roman „Der Name der Rose“ ist. Kirchen und Klöster haben die Päpste des Mittelalters über
ganz Italien gestreut: ob die Mosaike der romanischen Abtei von Pomposa, der aus schwarzem und weißem Marmor
errichtete gotische Dom von Siena oder die florentinische Kirche „Santa Croce“, in der die Grabmäler großer Italiener
liegen.
Genauso haben deutsche Herrscher vor allem Italiens Mittelalter geprägt: unerschütterlich steht bei Andria
das „Castel del Monte“ des Hohenstaufers Friedrich II., der als Kaiser aller Deutschen mehr Zeit in Italien als
nördlich der Alpen verbrachte. In jeder Epoche wussten die Menschen, die Vorzüge Italiens zu schätzen.
Das Mittelalter machte da keine Ausnahme.